Stark ersatzgeschwächt machte sich unsere erste Mannschaft auf den Weg nach Zollstock, um die erste Partie der Saison zu bestreiten. Nach Zollstock? Oder doch nach Raderthal? Oder doch zuhause? Nach einiger Verwirrung wurde das heimische EMG als Spielort auserkoren, nachdem unsere Gastgeber keine Lokalität stellen konnten. Ein zusätzliches Heimspiel!
Bei diesem wurden wir dankenswerterweise durch unsere Veteranen Reinhard und Peter unterstützt, die uns an den Brettern 5 und 6 auch postwendend in Führung brachten. Peter mit den schwarzen, Reinhard mit den weißen Steinen. Leider steht Peters Partie dem Autor nicht zur Verfügung. Reinhard spielte die „Italienische Eröffnung“. Nach langem „Theoriegebolze“ entwickelte sich ein trickreiches aber ausgeglichenes Endspiel. Durch ein taktisches Motiv gelang es Reinhards Gegner zunächst einen Bauern zu gewinnen. Diesen leichten Vorteil verspielte er jedoch, als er ohne Not einen Springer für einen Angriff opferte – für den das Material aber nicht ausreichte. Peu à peu gelang es Reinhard seine Stellung zu festigen, bis sein Gegner schlussendlich die Segel streichen musste.
Mit diesem komfortablen Vorsprung im Rücken spielte es sich an den vorderen Brettern weitaus angenehmer. An Brett 1 gelang es dem Verfasser dieser Zeilen, nach einer unorthodoxen Eröffnung, den positionellen Druck auf den Gegner Schritt für Schritt zu erhöhen, bis dessen Stellung schließlich zusammenbrach. 3: 0. An Brett 2 unterlief Kai in einer Stellung, die lange Remis aussah, ein Patzer, sodass der Gegner zum Anschluss kam. Auch Andreea, die zunächst gut mithielt, wurde nach und nach von ihrem Gegner überspielt. Bei einem Stand von 3:2 kam es nun also auf Ben an Brett 3 an.
In einem angenommenen Damengambit gelang es Ben mit den weißen Steinen ein starkes Zentrum aufzubauen. Nachdem er im Gegensatz zu seinem Gegner auch alle Figuren in die Partie gebracht hatte, stand er bereits nach 13 Zügen klar besser. Als er anschließend im Mittelspiel noch einen taktischen Kniff fand, um den schwarzen König mit gehörigen weißfeldrigen Schwächen auf f8 unrochiert einzukerkern, war er endgültig auf die Siegerstraße eingebogen. Der folgende Einsteller seines Gegners war nunmehr die Kirsche auf der Torte. Bens Partie verdient damit die Auszeichnung „Partie des Spieltags“.
In Runde 2 geht es am 26.10. – hoffentlich vollzählig – nach Dormagen.