Die Zweite kann doch noch gewinnen!

Nach drei Begegnungen, die allesamt verloren gingen, behält die Zweite Mannschaft von Hürth-Berrenrath im Aufeinandertreffen mit Dormagen 4 am Ende die Oberhand und siegt mit 13:11 Punkten.

Dabei stand der Beginn unter keinem guten Stern. HeiJo Bruker fiel kurzfristig aus. Für ihn sprang Benedikt Hofschlag, der am zeitgleichen Jugend-Training teilnahm, spontan ein. Hierfür unser ganz besonderer Dank!

Zudem sicherte er mit einem relativ schnellen Remis die ersten Punkte. Die Beiden spielten eine bis ins Mittelspiel ausgeglichene Partie, bei der Benedikt mit Schwarz einen eher defensiven, aber stabilen Aufbau wählte. Im 18. Zug entschied sich Weiß für ein Läuferopfer auf g6. Danach stand der Gegner zwar besser, sah für sich aber keinen Weg, der über ein Remis hinausgehen würde, und so einigte man sich schon bald auf ein Remis.

Bald danach brachte Birk Hien an Brett 6 die Hürther erstmals in Führung. Im Damengambit gelang es ihm, in einer von ihm insgesamt sehr sauber geführten Partie immer mehr Raumvorteile für sich zu gewinnen. Als seine Gegnerin im 19. Zug dann noch einen Turmverlust übersah, ging die Partie zwar doch 15 Züge weiter, doch ließ Birk auch hier nichts mehr anbrennen und setzte im 34. Zug Matt.

Eine ebenfalls nahezu fehlerfreie Partie gelang Peter Bielstein an Brett 2. In der Königs-Indischen Eröffnung konnte sich Peter mit Weiß eine vielversprechende Stellung erarbeiten und gegen Ende des Mittelspiels zu einer Gewinnstellung ausbauen. Nach dem 32. Zug fand er trotz größter positioneller Vorteile jedoch keine zwingende Fortsetzung für sich und erklärte sich mit einem Remis einverstanden.

Reinhard Schmitt-Berger bekam es an Brett 1 mit der Rossolimo-Variante der Sizilianischen Verteidigung zu tun. Bis zum 14. Zug verlief seine Partie recht ausgeglichen, danach gelang es Reinhard immer besser, die Initiative zu übernehmen. Ein schöner Königsangriff führte zunächst zu Material- und anschließend zum Partie-Gewinn.

Ebenfalls die Sizilianische Verteidigung wählte Rolf Wohlgemuth an Brett 3. Auch hier verlief die Partie zunächst weitestgehend ausgeglichen. Im 17. Zug sah Rolf allerdings von einer zwar sehr aussichtsreichen, aber letztlich unübersichtlichen Fortführung und entschied sich für eine vermeintlich sichere Fortführung – vermeintlich, da er hierdurch direkt Qualität und Bauer ohne jegliche weitere Kompensation verlor. Zwar gelang es ihm noch, starke Initiative zu entwickeln und den Gegner vor ein paar schwierigen Verteidigungsaufgaben zu stellen. Am Ende aber musste er sich doch geschlagen geben.

Somit musste sich in der letzten Partie entscheiden, ob Hürth-Berrenrath 2 den Tag mit einem Remis oder mit einem Sieg beenden würde. Ein Remis von Anton Kaiser an Brett 4 würde für den Mannschaftssieg ausreichen.

Lange Zeit sah es allerdings überhaupt nicht danach aus. Anton hatte einen Turm für zwei Bauern geben müssen und kaum noch Chancen, die Partie zu einem Remis, geschweige denn zu einen Sieg zu führen. Dann aber patzte auch Antons Gegner und stellte ebenfalls einen Turm ein. Was folgte, war ein ständiges Auf und Ab zwischen den Beiden. Im weiteren Verlauf verwandelte jeder der Beiden noch einen Bauern zu einer Dame, Anton stellte am Ende noch einen seiner Mehrbauern ein und man einigte sich schließlich auf Remis.

Damit steht Hürth-Berrenrath 2 nach 6 Begegnungen mit 6:6 Punkten da und hat aller Voraussicht nach dieses Jahr mit dem Abstiegskampf nichts mehr zu tun. Von daher können wir recht entspannt auf die noch kommenden 3 Begegnungen blicken.