Für den kurzfristigen Ausfall von Noah Jansen springt spontan der junge Jonah Schlax ein. Leider wird Jonah schon sehr bald Opfer einer Eröffnungsfalle in der Russischen Verteidigung, sichert mit seiner Teilnahme aber den 1. Punkt für Hürth-Berrenrath 2.
Dagegen gelingt es HeiJo Bruker, sich im Laufe seiner Partie eine sehr gute positionelle Stellung aufzubauen. Aber gerade deshalb umso größer ist bei ihm die Enttäuschung, als er einen einfachen Qualitätsverlust durch eine Springergabel übersieht. Damit ist dann auch die Partie entschieden.
Peter Bielsteins Partie verläuft lange Zeit recht ausgeglichen. Bis zum 18. Zug bewegen sich beide Spieler weitestgehend im theoretischen Rahmen der Italienischen Eröffnung. Dann aber gelingt es Peter, mit einem feinen Damenzug eine Doppeldrohung auf Königsangriff und zugleich auf Qualitätsgewinn am Damenflügel aufzustellen. Beides wäre auf Kosten eines‚ Bauern noch behebbar gewesen, doch findet Peters Gegner den hier möglichen Weg nicht, so dass auch hier die Partie mit dem Qualitätsgewinn zu einem schnellen Ende führt – diesmal zugunsten von Hürth-Berrenrath 2.
An Brett 5 wählt Anton Kaiser die Spanische Eröffnung, bei der sein Gegner seine Stellung mehrmals leicht schwächt, was Anton allerdings nicht auszunutzen kann. Stattdessen gelingt es dem Führer der schwarzen Steine, mit seiner Dame nicht nur in die weiße Stellung einzubrechen, sondern auch eine Gewinnstellung für sich zu erreichen. Hier allerdings übersieht er zunächst den direkten Weg, so dass sich die Stellung zwischenzeitlich sogar wieder ausgeglichen darstellt. Bald darauf jedoch droht Antons Gegner eine Freibauern auf der h-Linie laufen zu lassen, was zu solchen Verwicklungen führt, dass Anton durch eine Springergabel zunächst seinen schwarzfeldrigen Läufer und dann die Partie verliert.
Rolf Wohlgemuths Gegner legt an Brett 4 mit Weiß die Reti-Eröffnung sehr "kreativ" aus, so dass Rolf bereits im 5. Zug durch einfachen Bauernabzug eine Figur hätte gewinnen können - was er allerdings übersieht. So aber entwickelt sich eine Partie, bei der Rolf zwar nicht immer die allerbesten Züge findet, mit seinem Spiel aber immer mehr Raum gewinnt und die weißen Figuren zunehmend beengt stehen. Im 15. Zug schließt er den Damenflügel mit einem Stonewall auf der 4. und 5. Reihe, so dass sich das Spiel zwangsläufig auf den Königsflügel verlagert. Der Versuch, hier mit f4 die weiße Stellung zu öffnen, misslingt allerdings und führt zu Bauernverlust. Anschließend gelingt es Rolf, in die weiße Stellung einzubrechen und die Partie für sich zu entscheiden.
Anschließend ist die Frage, ob es Reinhard Schmitt-Berger gelingen kann, mit einem Sieg noch ein Remis für die Mannschaft zu erzwingen. Ohne größere Fehler von einer der beiden Seiten verläuft die Partie, bei der sich Reinhard in der Caro-Kann-Verteidigung für die Abtauschvariante entscheidet, über weite Phasen recht ausgeglichen. Doch nach mehr als 40 Zügen gelingt es Reinhards Gegner, sich einen positionellen Vorteil zu verschaffen, indem einer der weißen Türme langfristig an der Verteidigung des a-Bauern gebunden bleibt. Als es dann noch einen Dreifach-Springergabel gegen König und beide Türme kommt, sind sowohl der Verlust von Reinhards Partie als auch die Niederlage der Mannschaft schnell besiegelt.
Damit hat Hürth-Berrenrath 2 weiterhin 6 Punkte auf dem Konto und noch zwei Begegnungen Zeit, dem Abstieg sicher zu entgehen.